Ich hab den Wacholder mitgebracht


Oraculeum

Ich hab den Wacholder mitgebracht

Hey du,

ich bin zurück. Ein paar Wochen offroad durch Bulgarien, Nord-Mazedonien, Albanien, Bosnien, Kroatien und Serbien.

Je weiter ich gefahren bin, desto mehr Natur war da. Und jedes zweite Haus eine Ruine. Die stehen einfach da, keiner reißt sie ab, keiner baut sie neu. Und jede erzählt eine Geschichte von den Leuten, die da mal gelebt haben. Oh, wie ich Lost Places liebe.

Auf dem Land leben die Menschen noch so, als hätte ihnen keiner gesagt, dass sich die Welt woanders schneller dreht.

Ich hatte dort keine Termine. Niemand wollte etwas von mir. Ich hab angehalten, wann ich wollte, und an Pflanzen gerochen, die bei mir zu Hause gar nicht wachsen. Ich hab einem Regentropfen zugeschaut, wie er an einer Tannennadel hing, richtig lange. Klingt nach nichts, oder? Es war das Beste an der ganzen Reise.

Und einer hat mich richtig gepackt: der Wacholder. Früher hing er über den Stalltüren, und man hat ihn geräuchert, wenn etwas Altes aus dem Haus sollte. Er wächst langsam und bleibt das ganze Jahr grün. Und er sticht, wenn du zu schnell zugreifst.

Seit ich wieder da bin, ist Waage-Zeit. Und ich merke es überall. Ich will das eine machen und das andere auch. Am liebsten alles gleichzeitig. Ich stehe vor meiner Liste und wiege ab und wiege ab.

Die Waage-Saison gilt übrigens für dich, egal welches Sternzeichen du hast. Warum dich gerade jedes Ja so viel kostet, hab ich dir hier aufgeschrieben: Waage-Zeit: Dein Ja hat einen Preis.

Und dann hab ich mich gefragt: Wer will hier eigentlich alles gleichzeitig? Bin das ich? Oder ist das die Stimme von zu Hause, die gesagt hat: „Sei nicht so egoistisch.“ Oder: „Erst die anderen, dann du.“

In dir stehen Sätze wie diese Ruinen. Andere haben sie gebaut, lange vor dir, und sie stehen immer noch da.

Manches Ja ist älter als du.
Du hast es nicht gelernt, du hast es geerbt.

Für heute Abend · 10 Minuten

Dein Wacholder-Ritual

Du brauchst einen Zettel, einen Stift und Wacholder. Ein Tropfen Wacholderöl reicht, oder ein paar getrocknete Beeren aus dem Gewürzregal.

1. Schreib alles auf, was gerade an dir zieht. Jedes Vorhaben, jedes „Ich müsste mal“, jedes Ja, das du diese Woche gegeben hast.

2. Schreib neben jeden Punkt, wessen Stimme dir das sagt. Ist das deine? Oder klingt da deine Mutter durch?

3. Gib dir einen Tropfen Öl aufs Handgelenk oder halt dir die Beeren unter die Nase und atme den Duft ein. Zehn Atemzüge nur für dich.

4. Streich jeden Punkt durch, der nicht deine Stimme hat, und sag: „Ich danke euch für das, was ihr mir gezeigt habt. Jetzt dürft ihr gehen.“

5. Von dem, was übrig bleibt, suchst du dir genau eins aus. Eins, das für niemanden gut ist außer für dich. Das ist deins für diesen Monat.

Start small.

Und wenn du beim zweiten Schritt merkst, dass da viel mehr Stimmen mitreden, als du dachtest: Schau dir mit mir an, was du von deiner Linie übernommen hast. 45 Minuten im Video-Call, und du gehst mit einem klaren nächsten Schritt raus.

Deinen Call buchen

Bei dir darf es enden.

Ich mach das Ritual heute Abend auch.

Deine NIK✨

P.S. Antworte mir einfach auf diese Mail: Welches Ja hast du heute durchgestrichen?

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